Montag, 19. Dezember 2011

Keep the good times rolling...

Hey there,

vierter Advent, noch eine Woche bis Weihnachten und ich sitze bereits wieder auf gepackten Koffern, da ich morgen nach San Diego fliege...aber step by step.


Am letzten Dienstag ging es also mit Matt auf nach New Orleans. Auf Grund des nebeligen Wetters, konnte es unser Flieger leider nicht ganz pünktlich nach Houston schaffen, wo unser Anschlussflug nach New Orleans auf uns wartete. Kaum am Flughafen angekommen, kam auch schon die legendäre Durchsage:
"Mr. Dulaney and Mr. Pestel - this is the last call for your flight to New Orleans. Please come to gate...".

So hatten wir direkt zum Auftakt einiges zu lachen und haben es letztlich doch noch pünktlich zum Gate geschafft, wenn auch etwas außer Atem.

Zwei Stunden später hieß es dann Welcome in New Orleans!


New Orleans ist berühmt für seine kulinarischen und musikalischen Highlights - beides sollte sich bewahrheiten. Bedingt durch die verschiedenen französischen, afrikanischen, amerikanischen und kreolischen Einflüsse, ist die Hauptstadt Louisianas unglaublich vielfältig und vielseitig.

Nachdem wir unseren Weg vom Flughafen zum Hostel und vom Hostel in die Innenstadt gefunden haben, ging es auch direkt auf Entdeckungstour im French Quarter, dem historischen Kern von New Orleans. Dort wimmelte es nur so von interessanten Fassaden, Kirchen, Galerien, Märkten, Cafés, Bars, weihnachtlich geschmückten Hinterhöfen und engen Gassen.

Mit dabei, Rory, ein Australier, den wir im Hostel kennengelernt haben.

The French Market

Die Wiege des Jazz

Galerien und Straßenkünstler an jeder Ecke


Der belebteste Teil im French Quarter ist Bourbon Street, wo man von 3 Uhr nachmittags bis 3 Uhr nachts Livemusik und Straßenkünstler an jeder Ecke genießen bzw. bestaunen kann.

Bourbon Street

Jazzlegenden
Im French Quarter findet man zudem eine Vielzahl kulinarischer Besonderheiten: So habe ich Po-Boy (Sandwich mit frittierten Shrimps), Gumbo (Fischsuppe mit afrikanischen Gewürzen), Alligator Sausages, kreolische Gerichte, Jambalaya (Reis, Fisch, Shrimps...) und einiges mehr probiert - unglaublich lecker.

Der zentrale Platz, wo sich in der Hauptsaison (,die wir gekonnt ausgelassen haben) die Touristen tummeln, ist der Jackson Square mit einer der wohl ältesten Kathedralen, die die USA zu bieten hat.





Man gönnt sich ja sonst nichts...


Aber auch winzige Gassen verzweigen die Hauptstraßen im Stadtkern.



Nördlich des French Quarters wurde im letzten Jahr der Louis Armstrong Parc eröffnet - ein Muss für jeden Besucher!





Later that night ging es dann natürlich noch in einige der zahlreichen Jazzclubs on Frenchman und Bourbon Street - ein musikalischer Genuss, den wir uns auch in den nächsten Tagen nicht haben entgehen lassen.

Mittwoch starteten wir den Tag im Garden District, einer ziemlich noblen Gegend, in der sich zahlreiche sehenswerte Mansions haben finden lassen - das ein oder andere würde sich doch ganz gut als Ferienhaus machen. Die Architektur ist gänzlich anders verglichen mit allen Städten, die ich bisher in Texas gesehen habe. Europäisch angehaut und doch irgendwie charakteristisch für New Orleans.




Mit Footballfan Matt kamen wir selbstverständlich auch nicht umhin, dass berühmte Footballstadion in New Orleans aufzusuchen, in dem bisher schon einige Male der legendäre Super Bowl (das Finale der Footballliga) stattfand - der Superdome - eine rießige Halle für 75000 Zuschauer.

Matt in seinem Element


Donnerstag stand eine Plantagentour auf dem Programm. New Orleans hat keine allzu rühmliche Geschichte, wenn es um Sklaverei auf all den Farmen entlang des Mississippi geht. Einige der Plantagen bieten Touren, auf denen man eindringlich vermittelt bekommt, wie drastisch die Gegensätze zwischen vermeintlichem Recht und Unrecht, zwischen absolutem Luxus einerseits und absoluter Armut anderseits auf diesen Farmen, einhergingen. Begleitet haben uns Constanza, Morton, Michael und Kasper - alles Studenten, die wir aus unserem Coop kennen und die zufällig zur gleichen Zeit wie wir in New Orleans waren.

Erster Stop Oak Alley




Und was macht man, wenn es anfängt zu regnen? Richtig, man probiert einen Mint Julep, einen sehr interessanten Mix aus Bourbon Whiskey und Minzlikör, den es wiederum auch nur auf dieser Farm gab:
 
Auf der zweiten Plantage Laura ging es dann vor allem um das Leben der Sklaven zur industriellen Blütezeit New Orleans'.

Eine typische Unterkunft für zwei Familien



Nachdem wir am Freitag nochmals einen halben Tag im French Quarter verbummelt haben, wurde uns ein Livekonzert am Riverwalk empfohlen - gesagt, getan - und die 10 Musiker auf der Bühne haben auch keinen Zweifel daran gelassen, dass New Orleans die Hauptstadt des Jazz ist.



 Im Anschluss stürzten wir uns abermals ins Nachtleben, wo es eine unglaubliche Vielfalt an Bars gibt - von gänzlich glamourös bis bedenklich befremdlich; in denen man Drinks wie Handgrenade und Hurricane findet, Bullen im Rodeo bezwingen kann, sich im Karaoke duellieren, zu jeglicher Form von Musik tanzen kann.






Unseren letzten Tag haben wir dann im Warehouse Districe und am Ufer des Mississippi verbracht, wo sich auch das ein oder andere Steamboat hat sehen lassen.
Mit blauem Himmel und Sonnenschein macht das eben dann doch noch ein bisschen mehr Spaß.




Am Samstagnachmittag ging es für mich dann wieder zurück nach Austin. Den Sonntag habe ich dann mit Waschen und erneutem Packen verbracht, bevor es morgen zu den Jungs nach San Diego geht. Dann kann die große Reise also losgehen! Der Reiseplan sieht dann ungefähr so (Link) aus, bevor es zum Schluss von San Francisco nach New York geht.


Weihnachten werde ich wahrscheinlich im Grand Canyon unterwegs sein, bevor es über die Weihnachtsfeiertag nach Las Vegas geht! Daher möchte ich euch auf diesem Weg Frohe Weihnachten, besinnliche Feier- und Festtage sowie ein gesundes Neues Jahr wünschen!






Zum letzten Mal in diesem Jahr gibt es weihnachtliche Grüße aus Texas,
Merry Christmas!
Flo

Montag, 12. Dezember 2011

Holiday & Halftime

Hallo ihr Lieben,

nachdem die Zeit über Thanksgiving ein kurzes Durchatmen vor dem großen Finale war, ging es letzte Woche in die heiße Endphase. Mittwoch, Donnerstag, Freitag und heute (Montag) durfte ich noch einmal zeigen, was ich in den letzten vier Monaten alles gelernt habe. Ich muss sagen, dass die Prüfungen wirklich anspruchsvoll waren und auch Dinge abgefragt wurden, die man selbst mit ordentlicher Vorbereitung nur bedingt lösen konnte. Ich denke, dass ich mich ganz wacker geschlagen habe und mein erstes US-Semester letztlich mit ganz guten Ergebnissen über die Runden gebracht habe.

Vorlesungen, Hausaufgaben, Tests = Studieren in English?
Ich muss sagen, dass ich mich daran gewöhnt habe und es Spaß macht.

Jetzt habe ich noch nicht ganz Halbzeit, aber zumindest den ersten großen Abschnitt meines Aufenthaltes hier hinter mich gebracht. Es war eine sehr aufregende Zeit voller neuer Eindrücke, Erfahrungen und Einsichten, die ich im August so nicht erwartet habe. Wenn ich meine älteren Posts auf dem Blog überfliege, kann ich schon sagen, dass ich einiges erlebt habe und dass ich wirklich froh sein kann, die Chance zu haben, ein ganzes Jahr in den USA zu leben und zu studieren.

Morgen fliege ich mit Australier Matt nach New Orleans - ich habe sehr viel Gutes über die Wiege des Blues und Jazz gehört und freue mich auf die ersten "Urlaubstage" seit doch einiger Zeit, da ich nach meinem letzten Semester in Würzburg ja direkt in Austin wieder in den Unibetrieb eingestiegen bin.
Am Samstag komme ich dann wieder zurück nach Austin, bevor es am 19.12 (Montag) nach San Diego geht.

Aber bevor ich mich auf den "weiten Weg" an die Westküste mache, werde ich euch am kommenden Wochenende natürlich noch ein paar Eindrücke aus Louisiana auf den Blog stellen!

Da ich diesmal kein Bildermaterial meiner aufregenden Zeit an meinem Schreibtisch mit all dem spektakulär karierten Papier, Taschenrechner und wirtschaftstheoretischen Krimis habe, hier nur ein paar "Snapshots":






Viele Grüße aus dem vorweihnachtlichen Austin!

Montag, 28. November 2011

Thanksgiving - what a holiday!

Howdy Y'all!

Nach einer kurzen Uni-Woche konnte am letzten Donnerstag die Thankgiving-Pause starten.
Am Donnerstag Vormittag habe ich Axel vom Flughafen abgeholt - einer "meiner Jungs" aus Würzburg, der zurzeit in Florida studiert - und dann konnte das Programm sofort losgehen.

Shauna - eines der Mädels aus meinem Coop - hat 7 Internationals zu Thanksgiving zur ihrer Familie nach Georgetown eingeladen. So kam es, dass wir beiden und fünf weitere Austauschstudenten die Chance hatten, den (eigentlich) wichtigsten amerikanischen Feiertag in einer texanischen Famlie verbringen zu können.
Traditionell wird das "Erntedankfest" im Famlienkreis gefeiert und als Highlight des Tages gibt es Turkey mit zahlreichen Beilagen, Salaten, Saucen und anschließenden Desserts.
Als "Gastgeschenke" brachten die Deutschen bewusst klischehaft verschiedene deutsche Biersorten und die Franzosen Wein, was unseren Gastgebern durchaus Freude bereitet hat.
Auf das Wiedersehen mit Axel musste natürlich auch erstmal angestoßen werden:


Nach dem durchaus reichhaltigen Essen konnten wir auf einem kurzen Verdauungsspaziergang sehen, was wir in Texas für eigentlich unmöglich gehalten haben:

Ein rießiger Stausee mitten in Texas...


Emma, Egge, Robbert, Axel


Nach ein paar weiteren Stunden in geselliger Runde, die sich als durchaus interessant gestaltet haben - da wir zum ersten Mal in texanischem Hause zu Gast waren und die Texaner noch nie soviel Europäer auf einem Haufen gesehen haben - neigte sich unser Thanksgiving dem Ende zu...langsam.

Donnerstagnacht beginnt der Black Friday in Amerika, was soviel bedeuted, dass alle Geschäfte vor Weihnachten "schwarze Zahlen" schreiben wollen. Das Ganze sieht dann so aus, dass Donnerstagnacht gegen 22 Uhr alle Geschäfte öffnen und mit drastischen Rabatten um die Kunden werben - das mussten wir natürlich mitnehmen, vor allem um uns mit ein paar wärmeren Sachen für die kommenden Wochen auszustatten.
Im Outletcenter angekommen, standen die Amis schon in Schlangen vor den Geschäften - manche hatten ihren halben Tag bereits dort vor verschlossener Tür verbracht, um sich dann die besten Schnäppchen zu sichern.
Drängeln - schieben - geschoben werden - warten - suchen& finden.
Bis 3 Uhr morgens waren wir dann unterwegs und die Ausbeute konnte sich durchaus sehen lassen und bescherte Axel ein paar Problem mit dem zusätzlichen Gepäck auf dem Rückflug:

Amerikaner kaufen in einem LEVIS-Jeans-Shop auch gern mal für $1000 ein und zahlen bar ;)

Das  alles mag ziemlich ungewöhnlich klingen, aber für unsere amerikanischen Freunde gehört das seit Jahren zu Thanksgiving dazu: essen - schlafen - shoppen.

Übrigens gibt es in Amerika nichts, was es nicht gibt - hier mein Beweis:


Nachdem wir uns von unserem Shoppingerlebnis erholt hatten, ging es Freitag auf eine Campustour und auch Axel hat relativ schnell erkannt, dass in Texas einfach alles ein bisschen überdimensioniert ist:




Nachmittag ging es weiter zur eigentlichen Austin City:

Outside the Capitol

Inside the Capitol

...and around.
Auf so einer Stadterkundungstour entdeckt man doch immer wieder Ecken, auf die man im Vorfeld noch nicht wirklich geachtet hat und sieht manches in "anderem Licht":






Freitagabend war es natürlich unumgänglich Axel mit der 6th Street bekannt zu machen - und so haben wir mit einer ganzen Truppe bis zum frühen Morgen Downtown unsicher gemacht.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen des Longhorn-Spirit.
Die Volleyballmädels hatten ihr letztes Heimspiel und für die Jungs vom Basketballteam ging es gegen Houston auf's Parkett - beides natürlich unverzichtbar.




Die Volleyballmädels haben in ihrem letzten regulären Spiel nach beeindruckender Leistung, die Meisterschaft in der Big 12 Conference gewonnen.
Eine kleine Besonderheit...bei jedem Spiel gibt es Halbzeitshows und so auch bei diesem Spiel.
Dieses Mal sollte ein Zuschauer aus dem Publikum versuchen, mit einem Aufschlag ein doch recht schmales Ziel auf der anderen Seite des Feldes zu treffen, um einen Flug eigener Wahl von JetBlue zu gewinnen.

Und jetzt ratet mal, wer diesmal dafür ausgewählt wurde:



Leider war die Aufregung vor 4000 Zuschauer stärker als die "jahrzehntelange" Volleyballerfahrung - es war knapp, aber eben kein Treffer. Chance vertan - Spaß gemacht hat es trotzdem und wenigstens habe ich jetzt ein JetBlue-Shirt in meinem Besitz. *zwinker*

Im Anschluss ging es in den Basketball-Dom, das Frank Erwin Center:





Auch hier konnten die Longhorns deutlich gewinnen, sodass wir abermals einen Grund finden konnten, uns am Samstagabend noch einmal auf der 6th Street ins Partyleben zu stürzen - auch diesmal kamen wir recht spät bzw. früh nach Hause - ein äußerst lustiger Abend - once again!

Sonntag stand zunächst primär Erholung auf dem Programm und dann war es nach dem vorherigen Zuschau-Sport-Samstag Zeit, um selbst aktiv zu werden und uns von unserem australischen Freund Matt in die hohe Kunst des Footballs einführen zu lassen.



Einige blaue Flecken später wissen wir nun auch, warum die Jungs in den Profiligen erstens Ausnahmeathleten sein müssen, 2 Meter groß sind und 150+ kg wiegen, um in diesem Sport Erfolg zu haben. ;)
Bei strahlendem Sonnenschein und auf frei zugänglichen Sportanlagen macht das Ganze eben auch richtig Spaß!


Ein super ereignisreiches, jedoch auch anstrengendes Wochenende ist nun vorüber.
Axel habe ich vorhin um 6 Uhr morgens zum Flughafen gebracht und somit beginnt für alle Studenten hier die heiße Endphase.
Morgen habe ich ein letztes Midterm, bevor in der darauffolgenden Woche die ersten beiden dreistündigen Finals warten, für deren Vorbereitung man doch noch die ein oder andere Stunde verwenden muss. Die Abschlussprüfungen umfassen den Stoff des gesamten Semesters und das heißt, dass ich eigentlich alles schon einmal zusammengefasst, gelernt und in Prüfungen abgeliefert habe.
Somit heißt es hier vielmehr auffrischen als neu lernen - Vorteil oder Nachteil?
Wir werden sehen.

Jetzt heißt es noch einmal zwei Wochen Gas geben, bevor die Semesterferien anstehen, für die es schon seit längerer Zeit Pläne gibt. Nach meinem letzten Final geht es mit Matt für 5 Tage nach New Orleans und quasi direkt im Anschluss treffe ich alle Würzburger Jungs, die derzeit in Amerika studieren, in San Diego - Axel, Michi, Amel und Benne!

Von dort aus werden wir dann für knapp vier Wochen die West Coast unsicher machen:
San Diego - Phoenix - Las Vegas (Christmas) - Los Angeles (Sylvester) - Highway #1 - San Francisco - New York - Austin / Deutschland.

Die Flüge sind gebucht, das Auto gemietet, die Vorfreude brodelt.
Aber bis dahin gibt es eben erstmal noch einiges zu schaffen.

Thanksgiving bedeuted für die Amerikaner tatsächlich "Dank geben" - und so möchte ich mich auch bei euch allen dafür bedanken, dass ihr interessiert verfolgt, was ich erlebe, mir "Feedback" gebt und mich in ganz unterschiedlichen Formen bei meinem großen Vorhaben hier in Amerika unterstützt habt und dies auch immer noch tut - Many Thanks!



Herzliche Grüße aus dem nun auch recht kalten Austin!