Heyho,
What a weekend:
1. Der Kampf mit der deutschen Bürokratie
2. Mein Einsatz für die bayrisch-deutsche Tradition
3. Pink - ein Statement für/gegen Brustkrebs
1. Auf nach Houston
Freitag 6:30 - Auf geht es zur Greyhound-Bus-Station in Austin. Dort wartete ein bunt gemischte Runde Amerikaner auf den Bus nach Houston - und ich war auch dabei. Was ich da wollte?
Vor einigen Wochen wurden mir ja alle meine Habseligkeiten gestohlen, darunter auch mein deutscher Führerschein. Wer in den USA Autofahren will braucht entweder einen internationalen Führerschein (nur gültig mit nationalem Führerschein) oder einen amerikanischen Führerschein, den man bekommen kann, wenn man seinen nationalen Führerschein dafür abgibt. Das hieß für mich, dass ich den Führerschein wiederbekommen muss, wenn ich hier etwas mobiler sein will. Doch lässt sich das nicht "einfach" per Vollmacht in Deutschland klären. Dafür muss ich zum Generalkonsulat in Houston, um dort eine beglaubigte Unterschrift unter eine eidesstattliche Erklärung zu setzen, die dafür extra aus Deutschland nach Houston geschickt wurde. Das Ganze musste natürlich auch zu den gegebenen Öffnungszeiten passieren: Wochentags von 9-12.
Halb acht konnte es dann losgehen. Drei Stunden ging es mit dem Bus quer durch Texas, bevor ich dann 11 Uhr in Houston ankam. Von dort brachte mich ein weiterer Bus über 48 Haltestellen zum Konsulat. Ich hatte die reichlich naive Vortstellung, dass die deutsche Vertretung irgendwie aussehen müsste, wie die Botschaften im Berliner Botschaftsviertel - große villenartige Bauten mit stolz gehisster Landesflagge.
Nun ja, fast:
Im 18. Stock eines dieser Wolkenkratzer konnte ich das "Konsulat" finden. Für 45 Minuten konnte ich dann auf deutschem Hohheitsgebiet deutsche Zeitungen lesen und deutsches Radio hören, meine Unterschrift unter die Erklärung und den Führerscheinantrag setzen, dafür $20 bezahlen und anschließend den Rückzug antreten. Das weitere Procedere sieht wohl folgendermaßen aus:
Der Antrag wird nun zurück nach Würzburg geschickt und dort bearbeitet. Im Anschluss wird der Führerschein nach Houston geschickt und dann ist es wahrscheinlich möglich, dass der Führerschein einfach mit der Post zu mir kommt - wir werden sehen.
Nachdem das geschafft war, ging es die 48 Haltestellen zurück nach Houston Downtown, wo ich noch vier Stunden Zeit hatte, mir die größte Stadt Texas' und die viertgrößte Metropole der USA etwas genauer anzusehen. Und ich war überrascht, dass Houston doch nicht so unattraktiv war, wie mir das einige Amis erzählt hatten. Einige Eindrücke:
Insgesamt war Houston wie viele andere amerikanische Großstädte: laut, modern, anonym, weitläufig, ohne ein wirkliches Stadtzentrum, aber dennoch einen Besuch wert.
Gegen halb sieben ging es dann auf den dreistündigen Heimweg - zurück in Austin mit dem Taxi nach Hause - und dann nur noch ins Bett.
Resumé: Ein wirklich lohnenswerter Tagesausflug!
Und das war erst Punkt 1!
2. Octoberfest der German-Texan-Heritage-Society am Samstag
"Sag mal Flo, hast du Lust mit mir mal beim Oktoberfest vorbeizuschauen?"
" Bitte wo willst du hin?"
Es gibt eben nichts, was die Amis nicht haben. Es reagiert der Irrglaube, dass wir in Deutschland eine Art Oktoberfest-Holiday haben, in der wir bundesweit für ungefähr eine Woche nichts anderes tun, als lederhosentragend zu Schalmeienmusik Unmengen an "Hopfenkaltschorle" (Zitat Ulle) zu konsumieren.
Natürlich musste ich mir dann einmal anschauen, wie das Ganze in Texas abläuft:
Eine recht gute Kopie des Zirkus', der einmal jährlich über die Bühne geht:
Es gab Franziskaner und Münchener Spaten, Wurst mit Sauerkraut, bayrisch-traditionell gekleidete Gäste, eine Bände die deutsche und österreichische Bierzelthits spielte - eben all das, was für Deutsche anscheinend typisch ist - sehr lustig.
Ich habe ein paar wirklich interessante Leute getroffen, die entweder selbst ausgewandert sind oder deren Eltern bzw. Großeltern vor Jahrzehnten nach Texas kamen. Die Lebensgeschichten, die es dann zu hören gab, waren doch zum Teil recht beeindruckend.
Und somit war ich nun auch zum ersten Mal auf einem Oktoberfest - eben nur in Austin.
Und letztlich komme ich endlich zur Punkt 3:
Am Samstag Nachmittag spielte dann wieder das Volleyballteam der UT, diesmal unter dem Motto "Kampf dem Brustkrebs", um auf eine Kampagne der Uni aufmerksam zu machen. Dresscode für das Match - Pink! Ich musste aufgrund mangelnder Ausrüstung leider auf die optische Anteilnahme verzichten, dafür war die Mehrheit der Zuschauer in allen vorstellbaren Pink- und Rosatönen gekleidet.
Nach einem klaren Sieg, konnte natürlich problemlos ein Grund gefunden werden, warum es zu späterer Stunde auf die Sixth Street konnte.
What a weekend!
Beste Grüße aus Austin!
P.S.
Das war diese Woche nach dem Tod Gadhafis in einem Kommentar im Wall Street Journal zu lesen:
"The U.S. can't dictate events, but a superpower - and America remains the world's sole such power, no matter the current declinist vogue - can still shape events for the better. Libya's successful revolution is the latest proof that liberating the world of a dicatator can serve America's strategic interests and its moral principles."
Als ob jemand jemals daran gezweifelt hätte...
What a weekend:
1. Der Kampf mit der deutschen Bürokratie
2. Mein Einsatz für die bayrisch-deutsche Tradition
3. Pink - ein Statement für/gegen Brustkrebs
1. Auf nach Houston
Freitag 6:30 - Auf geht es zur Greyhound-Bus-Station in Austin. Dort wartete ein bunt gemischte Runde Amerikaner auf den Bus nach Houston - und ich war auch dabei. Was ich da wollte?
Vor einigen Wochen wurden mir ja alle meine Habseligkeiten gestohlen, darunter auch mein deutscher Führerschein. Wer in den USA Autofahren will braucht entweder einen internationalen Führerschein (nur gültig mit nationalem Führerschein) oder einen amerikanischen Führerschein, den man bekommen kann, wenn man seinen nationalen Führerschein dafür abgibt. Das hieß für mich, dass ich den Führerschein wiederbekommen muss, wenn ich hier etwas mobiler sein will. Doch lässt sich das nicht "einfach" per Vollmacht in Deutschland klären. Dafür muss ich zum Generalkonsulat in Houston, um dort eine beglaubigte Unterschrift unter eine eidesstattliche Erklärung zu setzen, die dafür extra aus Deutschland nach Houston geschickt wurde. Das Ganze musste natürlich auch zu den gegebenen Öffnungszeiten passieren: Wochentags von 9-12.
Halb acht konnte es dann losgehen. Drei Stunden ging es mit dem Bus quer durch Texas, bevor ich dann 11 Uhr in Houston ankam. Von dort brachte mich ein weiterer Bus über 48 Haltestellen zum Konsulat. Ich hatte die reichlich naive Vortstellung, dass die deutsche Vertretung irgendwie aussehen müsste, wie die Botschaften im Berliner Botschaftsviertel - große villenartige Bauten mit stolz gehisster Landesflagge.
Nun ja, fast:
Im 18. Stock eines dieser Wolkenkratzer konnte ich das "Konsulat" finden. Für 45 Minuten konnte ich dann auf deutschem Hohheitsgebiet deutsche Zeitungen lesen und deutsches Radio hören, meine Unterschrift unter die Erklärung und den Führerscheinantrag setzen, dafür $20 bezahlen und anschließend den Rückzug antreten. Das weitere Procedere sieht wohl folgendermaßen aus:
Der Antrag wird nun zurück nach Würzburg geschickt und dort bearbeitet. Im Anschluss wird der Führerschein nach Houston geschickt und dann ist es wahrscheinlich möglich, dass der Führerschein einfach mit der Post zu mir kommt - wir werden sehen.
Nachdem das geschafft war, ging es die 48 Haltestellen zurück nach Houston Downtown, wo ich noch vier Stunden Zeit hatte, mir die größte Stadt Texas' und die viertgrößte Metropole der USA etwas genauer anzusehen. Und ich war überrascht, dass Houston doch nicht so unattraktiv war, wie mir das einige Amis erzählt hatten. Einige Eindrücke:
| Ein Teil der "Skyline" |
![]() | |
| Was könnte das wohl sein? |
| Eine der zahlreichen Straßenschluchten |
| Einer der Gründe für Genickschmerzen nach einem ausgedehnten Stadtbummel |
| Echt oder unecht? |
| Make your choice! |
| Wie viele Gebäude sind auf dem Bild zu sehen? |
Insgesamt war Houston wie viele andere amerikanische Großstädte: laut, modern, anonym, weitläufig, ohne ein wirkliches Stadtzentrum, aber dennoch einen Besuch wert.
![]() | |
| Hey Cowboy - ready or not? |
Resumé: Ein wirklich lohnenswerter Tagesausflug!
Und das war erst Punkt 1!
2. Octoberfest der German-Texan-Heritage-Society am Samstag
"Sag mal Flo, hast du Lust mit mir mal beim Oktoberfest vorbeizuschauen?"
" Bitte wo willst du hin?"
Es gibt eben nichts, was die Amis nicht haben. Es reagiert der Irrglaube, dass wir in Deutschland eine Art Oktoberfest-Holiday haben, in der wir bundesweit für ungefähr eine Woche nichts anderes tun, als lederhosentragend zu Schalmeienmusik Unmengen an "Hopfenkaltschorle" (Zitat Ulle) zu konsumieren.
Natürlich musste ich mir dann einmal anschauen, wie das Ganze in Texas abläuft:
Eine recht gute Kopie des Zirkus', der einmal jährlich über die Bühne geht:
Es gab Franziskaner und Münchener Spaten, Wurst mit Sauerkraut, bayrisch-traditionell gekleidete Gäste, eine Bände die deutsche und österreichische Bierzelthits spielte - eben all das, was für Deutsche anscheinend typisch ist - sehr lustig.
Ich habe ein paar wirklich interessante Leute getroffen, die entweder selbst ausgewandert sind oder deren Eltern bzw. Großeltern vor Jahrzehnten nach Texas kamen. Die Lebensgeschichten, die es dann zu hören gab, waren doch zum Teil recht beeindruckend.
Und somit war ich nun auch zum ersten Mal auf einem Oktoberfest - eben nur in Austin.
Und letztlich komme ich endlich zur Punkt 3:
Am Samstag Nachmittag spielte dann wieder das Volleyballteam der UT, diesmal unter dem Motto "Kampf dem Brustkrebs", um auf eine Kampagne der Uni aufmerksam zu machen. Dresscode für das Match - Pink! Ich musste aufgrund mangelnder Ausrüstung leider auf die optische Anteilnahme verzichten, dafür war die Mehrheit der Zuschauer in allen vorstellbaren Pink- und Rosatönen gekleidet.
Nach einem klaren Sieg, konnte natürlich problemlos ein Grund gefunden werden, warum es zu späterer Stunde auf die Sixth Street konnte.
What a weekend!
Beste Grüße aus Austin!
P.S.
Das war diese Woche nach dem Tod Gadhafis in einem Kommentar im Wall Street Journal zu lesen:
"The U.S. can't dictate events, but a superpower - and America remains the world's sole such power, no matter the current declinist vogue - can still shape events for the better. Libya's successful revolution is the latest proof that liberating the world of a dicatator can serve America's strategic interests and its moral principles."
Als ob jemand jemals daran gezweifelt hätte...




