Sonntag, 23. Oktober 2011

What a weekend!

Heyho,

What a weekend:

1. Der Kampf mit der deutschen Bürokratie
2. Mein Einsatz für die bayrisch-deutsche Tradition
3. Pink - ein Statement für/gegen Brustkrebs

1. Auf nach Houston

Freitag 6:30 - Auf geht es zur Greyhound-Bus-Station in Austin. Dort wartete ein bunt gemischte Runde Amerikaner auf den Bus nach Houston - und ich war auch dabei. Was ich da wollte?
Vor einigen Wochen wurden mir ja alle meine Habseligkeiten gestohlen, darunter auch mein deutscher Führerschein. Wer in den USA Autofahren will braucht entweder einen internationalen Führerschein (nur gültig mit nationalem Führerschein) oder einen amerikanischen Führerschein, den man bekommen kann, wenn man seinen nationalen Führerschein dafür abgibt. Das hieß für mich, dass ich den Führerschein wiederbekommen muss, wenn ich hier etwas mobiler sein will. Doch lässt sich das nicht "einfach" per Vollmacht in Deutschland klären. Dafür muss ich zum Generalkonsulat in Houston, um dort eine beglaubigte Unterschrift unter eine eidesstattliche Erklärung zu setzen, die dafür extra aus Deutschland nach Houston geschickt wurde. Das Ganze musste natürlich auch zu den gegebenen Öffnungszeiten passieren: Wochentags von 9-12.

Halb acht konnte es dann losgehen. Drei Stunden ging es mit dem Bus quer durch Texas, bevor ich dann 11 Uhr in Houston ankam. Von dort brachte mich ein weiterer Bus über 48 Haltestellen zum Konsulat. Ich hatte die reichlich naive Vortstellung, dass die deutsche Vertretung irgendwie aussehen müsste, wie die Botschaften im Berliner Botschaftsviertel - große villenartige Bauten mit stolz gehisster Landesflagge.
Nun ja, fast:

Im 18. Stock eines dieser Wolkenkratzer konnte ich das "Konsulat" finden. Für 45 Minuten konnte ich dann auf deutschem Hohheitsgebiet deutsche Zeitungen lesen und deutsches Radio hören, meine Unterschrift unter die Erklärung und den Führerscheinantrag setzen, dafür $20 bezahlen und anschließend den Rückzug antreten. Das weitere Procedere sieht wohl folgendermaßen aus:
Der Antrag wird nun zurück nach Würzburg geschickt und dort bearbeitet. Im Anschluss wird der Führerschein nach Houston geschickt und dann ist es wahrscheinlich möglich, dass der Führerschein einfach mit der Post zu mir kommt - wir werden sehen.

Nachdem das geschafft war, ging es die 48 Haltestellen zurück nach Houston Downtown, wo ich noch vier Stunden Zeit hatte, mir die größte Stadt Texas' und die viertgrößte Metropole der USA etwas genauer anzusehen. Und ich war überrascht, dass Houston doch nicht so unattraktiv war, wie mir das einige Amis erzählt hatten. Einige Eindrücke:


Ein Teil der "Skyline"

Was könnte das wohl sein?

Eine der zahlreichen Straßenschluchten

Einer der Gründe für Genickschmerzen nach einem ausgedehnten Stadtbummel

Echt oder unecht?



Make your choice!

Wie viele Gebäude sind auf dem Bild zu sehen?

Insgesamt war Houston wie viele andere amerikanische Großstädte: laut, modern, anonym, weitläufig, ohne ein wirkliches Stadtzentrum, aber dennoch einen Besuch wert.

Hey Cowboy - ready or not?
Gegen halb sieben ging es dann auf den dreistündigen Heimweg - zurück in Austin mit dem Taxi nach Hause - und dann nur noch ins Bett.

Resumé: Ein wirklich lohnenswerter Tagesausflug!

Und das war erst Punkt 1!

2. Octoberfest der German-Texan-Heritage-Society am Samstag


"Sag mal Flo, hast du Lust mit mir mal beim Oktoberfest vorbeizuschauen?"
" Bitte wo willst du hin?"

Es gibt eben nichts, was die Amis nicht haben. Es reagiert der Irrglaube, dass wir in Deutschland eine Art Oktoberfest-Holiday haben, in der wir bundesweit für ungefähr eine Woche nichts anderes tun, als lederhosentragend zu Schalmeienmusik Unmengen an "Hopfenkaltschorle" (Zitat Ulle) zu konsumieren.

Natürlich musste ich mir dann einmal anschauen, wie das Ganze in Texas abläuft:
Eine recht gute Kopie des Zirkus', der einmal jährlich über die Bühne geht:
Es gab Franziskaner und Münchener Spaten, Wurst mit Sauerkraut, bayrisch-traditionell gekleidete Gäste, eine Bände die deutsche und österreichische Bierzelthits spielte - eben all das, was für Deutsche anscheinend typisch ist - sehr lustig.


Ich habe ein paar wirklich interessante Leute getroffen, die entweder selbst ausgewandert sind oder deren Eltern bzw. Großeltern vor Jahrzehnten nach Texas kamen. Die Lebensgeschichten, die es dann zu hören gab, waren doch zum Teil recht beeindruckend.
Und somit war ich nun auch zum ersten Mal auf einem Oktoberfest - eben nur in Austin.


Und letztlich komme ich endlich zur Punkt 3:

Am Samstag Nachmittag spielte dann wieder das Volleyballteam der UT, diesmal unter dem Motto "Kampf dem Brustkrebs", um auf eine Kampagne der Uni aufmerksam zu machen. Dresscode für das Match - Pink! Ich musste aufgrund mangelnder Ausrüstung leider auf die optische Anteilnahme verzichten, dafür war die Mehrheit der Zuschauer in allen vorstellbaren Pink- und Rosatönen gekleidet.

Nach einem klaren Sieg, konnte natürlich problemlos ein Grund gefunden werden, warum es zu späterer Stunde auf die Sixth Street konnte.


What a weekend!
Beste Grüße aus Austin!

P.S.
Das war diese Woche nach dem Tod Gadhafis in einem Kommentar im Wall Street Journal zu lesen:

"The U.S. can't dictate events, but a superpower - and America remains the world's sole such power, no matter the current declinist vogue - can still shape events for the better. Libya's successful revolution is the latest proof that liberating the world of a dicatator can serve America's strategic interests and its moral principles."

Als ob jemand jemals daran gezweifelt hätte...

Sonntag, 16. Oktober 2011

Welcome to the masquerade...


Nach nun fast 8 Wochen hat sich die wöchentliche Routine mit Zeit-, Studien-, Sport,- und Freizeitprogramm fest etabliert.
Auf dem Studienplan stand diese Woche ein weiteres Midterm-Exam in Labor Economics, was soweit kein größeres Problem darstellte.

Der weitere Verlauf der Woche war recht ruhig - Donnerstag haben uns Amis zu einem Highschool-Football-Game eingeladen, was sportlich zwar nicht unbedingt überwältigend, "kulturell" jeder umso interessanter, war.
Ein Highschool Football-Team hat um die 50 Spieler, ein eigenes Stadion, mehrere Cheerleading- und Tanzgruppen und eine mind. 70 Mann umfassende Band - selbstverständlich gibt es nicht nur ein Football-Team pro Schule, sondern in manchen Schulen in fast jeder Klassenstufe eines - jeweils mit eigenen Cheerleadern usw.
Das heißt, dass so ziemlich die ganze Schule involviert ist, wenn die Jungs den Bällen nachjagen.
Nun ja, bei ca. 3000 Schülern pro Schule ist das schon realisierbar!
Needless to say - einige der Spiele werden auch im TV übertragen (!).

Die Familien treffen sich somit wöchentlich, um ihre Kids zu unterstützen, die ganz sicher in einer zahlreichen Teams, Gruppen, Bands...zu finden sind. Das Ganze ähnelte einem social event, das hier das Wochenende einläutet.



Ansonsten verlief die Woche ohne weitere nennenswerte Höhepunkte - aber zum Glück gibt es ja das Wochenende:

Für die Jungs vom UT Men's Volleyball ging es am Samstag nach San Marcos, um dort gegen 11 weitere Uni-Teams aus Texas anzutreten. Nach einem durchwachsenen Auftakt konnten wir uns kontinuierlich steigern und haben es wiederum bis ins Halbfinale geschaffte, wo wir uns leider abermals geschlagen geben mussten und letztlich mit dem dritten Platz den Heimweg antraten. Jetzt haben wir erstmal drei Wochen Pause bevor es zum nächsten Turnier geht - bis dahin heißt es weiter fleißig trainieren ;)
Hier der Link zur Homepage des Teams UT Men's Volleyball Club.

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Samstagabend - direkt im Anschluss - stand dann in unserem Co-op die Party des Jahres an:
Eine Art Maskenball für alle Bewohner mit anschließender offener Party für zahlreiche Gäste - hier einige Impressionen.
 


  




Nach ganztägigem Turnier und ganznächtiger Party verlief der heutige Sonntag eher gemächlich.

So ganz langsam wird es Zeit, sich über Halloween Gedanken zu machen!
Falls ihr irgendwelche kreativen Vorschläge habt, in welchem Outfit ich mich unter die Unmengen wildgewordener Amerikaner mischen soll - dann ist das ist eure Chance ;)

Beste Grüße aus Austin!

Sonntag, 9. Oktober 2011

Daily Routine

Howdy!

Auch diese Woche war wiederum von ziemlich zeitaufwändigen Hausaufgaben geprägt - nach einigen Anlaufschwierigkeiten brachte ein On-Campus-Starbucks-Treffen mit einem meiner Kommilitonen letztlich den erhofften Game Theory-Durchbruch:



Da mich der Alltag zumindest unter Woche in der Hand hat, hier noch ein paar Eindrücke aus dem ganz alltäglichen Coop-Leben:

Einer der wichtigsten Orte - der Dining room


Jeder Co-oper muss wöchentlich vier Stunden zum Gelingen der Mahlzeiten oder dem nachträglichen clean-up beitragen. Montags heißt es für mich zwei Stunden lunch-clean-up und mittwochs bin ich für zwei Stunden im Küchendienst - da man stets mit anderen eingeteilt ist, ist das durchaus auszuhalten.

Am Mittwoch hieß es nachmittags zunächst wieder: Volleyball!

UT gewinnt 3:0
Mittwochabend stand das Highlight der Woche an, für das ich allerdings etwas weiter ausholen muss.
Am Samstag war es Zeit für das Football-Dearby des Jahres - Austin vs. Oklahoma. Die Rivalität ist so groß, dass man das Match weder in Austin noch in Oklahoma austragen kann und daher reisten Tausende Fans beider Teams am Wochenende nach Dallas, um dort Augenzeuge des Spektakels zu sein.
Um sich entsprechend auf den Showdown vorzubereiten, wurde Mittwochabend in einer Art Ceremony mit allen Spieler, Coaches, Cheerleadern, Musikern und Fans der College spirit  beschworen - es war wieder einmal ein etwas zu groß geratenes Fanerlebnis:






Wie gesagt...alles etwas überdimensioniert. Aber so kam zumindest das Bild des Abends zustande.


Und man trifft dann doch immer noch weitere interessante Leute:


Wie oft bekommt man schon die Gelegenheit sich mit ein paar Jungs des Longhorn-Teams zu unterhalten und das ein oder andere Bild mit ihnen zu schießen?
(es ist dem Bild kaum zu entnehmen, welchen Umfang diese Jungs haben - in sämtlicher Hinsicht!)


Freitagabend stand dann noch eine Geburtstagsfeier auf dem Programm, die dazu führte, dass der folgende Samstag eher behutsam über die Bühne ging. Und ja...wir haben natürlich das Football-Event geschaut - mit einem sehr schlechten Ende für die Longhorns. Am Ende hieß es 55 - 17 für die Falschen.

Und was macht man an einem trägen, regnerischen Samstag? Richtig, man geht in eine der rießigen Malls - gesagt, getan.

Soviel zu meiner Woche...
...aber leider gab es diese Woche nicht nur Anlass zur Freude:


Viele Grüße aus Austin!

Montag, 3. Oktober 2011

Day-to-day-life versus the spice of life

In der letzten Woche ist bei mir nicht allzu viel Außergewöhnliches passiert. Ich habe die Ergebniss meiner Midterms und bin ziemlich zufrieden, da doch alle Punktzahlen im oberen Drittel gelandet sind.

Das Wochenende war dann schon aufregender:

Samstag stand das Kick-off-Tournement der Volleyballsaison an.
Samstag Morgen ging es mit zwei Teams um 7 am auf den Highway Richtung Baylor University. Der Campus und die Sportanlagen dieser Privatuni waren doch schonmal wieder ein Highlight für sich. Das Ganze sah ein bisschen aus wie Disneyland - überall Türmchen und Springbrunnen.



Um 9 wurde ging es dann zum ersten Mal auf's Parkett und im Folgenden lief die Vorrunde relativ problemlos - unser erster Sechser zudem zur Zeit auch ich gehöre - konnte doch zum Teil recht ansprechenden Volleyball zeigen.
Im Viertelfinale haben wir dann in einem nicht sonderlich attraktiven aber spannenden Match unser zweites Team aus dem Rennen genommen.
Anschließend mussten wir uns im Halbfinale leider Texas A&M im Tie-Break geschlagen geben, aber wir waren soweit mit unserer Leistung zufrieden, zumal es das erste Turnier eines neu zusammengewürfelten Teams war - 6 Spieler des Teams des letzten Jahres + 6 freshmen.

Ich muss sagen, dass es schon eine tolle Sache ist, mit einem Haufen sportverrückter Amis durch Texas zu fahren, um dann eben in einem ganz anderen Umfeld ein paar Bälle zu spielen - es wird auf jeden Fall eine spannende und sportlich herausfordernde Zeit werden!

Ein paar interessante Infos für volleyballaffine Leser:

In den Collegeligen gibt es unterschiedliche Bälle für Männer und Frauen - softere und härtere.
Der Libero schlägt für einen der beiden Mittelblocker auf und unter gewissen Bedingungen darf der Ball wohl sogar nach Deckenberührung weitergespielt werden - das hab' ich aber noch nicht ganz durchstiegen^^.

Leider habe ich noch keine Bilder vom Team und Eindrücke vom Turnier - ich versuche das nachzureichen!

Am Samstag Abend waren Stephan, ein Österreicher, und ich zu einer der Fraternity-Partys eingeladen.
Fraternities und Sororities könnte man grob mit Studentenverbindung bzw. Studentinnenschaft übersetzen, jedoch sind die "Verbindungen" gänzlich anders als jene in Deutschland.
Der Großteil der amerikanischen Studenten ist in derartigen Organisationen, um Freunde, social life, connections, party und study groups zu finden  - da die Studenten nur sehr wenige Kurse an der Uni gemeinsam haben (auch wenn sie prinzipiell im gleichen Semester eines Studienganges sind) , ist das der "normale" Weg, außeruniversitäre Aktivitäten zu organisieren.

Die Party war eine der berühmt berüchtigten toga-parties, was bedeutet, dass alle Gäste mehr oder weniger als Römer gekleidet waren - die Herren in Togas oder legionärsähnlichen Outfits, die Damen in Togas. Ich kann euch beruhigen, ich war einer der wenigen nicht-latinen Gäste. Das ganze Umfeld wurde mit Kulissen stimmungsecht dekoriert  - so fanden sich Wegweiser mit Caesar's Palace, Colosseum und dergleichen mehr, die dann tatsächlich zu säulenumgebenen "Innenhöfen" und Amphitheaterattrapen führten - man mag es kaum glauben. Ich kann nur sagen, dass das wiederum eine sehr interessante Feier war - man könnte sagen, dass das wohl ein bisschen übertrieben sei.
Aber so ist das eben in Amerika ;)

Und jetzt wird es auch endlich einmal Zeit euch kurz zu zeigen, wie und wo ich hier eigentlich lebe:
Nachdem ich die ersten Wochen mit einem Franzosen ein Doppelzimmer geteilt habe, bin ich in der Zwischenzeit auf der Warteliste für ein Einzelzimmer ganz nach oben gewandert und habe seit letzter Woche meine eigenen Vier Wände. 


Der Blick aus meinem Fenster - Austin Downtown

Ich weiß, es sieht noch etwas kahl aus, aber die Football- und Volleyballposter warten schon darauf, an der, mit magnetischer Farbe gestrichenen Wand (!), angebracht zu werden. ;)

Und so sieht das Coop von außen bzw. von innen aus:



Soviel zum Neuesten aus der Nueces Street!

Keep in touch!