Es tut mir leid, dass ich euch solange auf den nächsten Post habe warten lassen - here it is.
Letzte Woche stand also Halloween auf dem Programm - ein Anlass, sich mit Unmengen an Menschen durch Kostumläden zu schieben, nach der idealen Idee mit der bestmöglichen Umsetzung zu suchen, um dann ein Fest zu feiern, über dessen genaue Bedeutung ich mir nicht gänzlich im Klaren bin.
Wie sollte ich also aussehen, an meinem ersten wirklichen Halloween?
Meine Idee war: "Einmal ein Rockstar sein, das wäre es doch!"
Daraus folgt dann natürlich direkt die Frage, wie denn so ein Rockstar aussieht. Nachdem ich mir einige Gedanken darüber gemacht habe, im Kostümshop gestöbert und letztlich fündig geworden bin, stand das Kostüm, jedoch brauchte ich dann noch die Hilfe eines der Mädels aus dem Coop, um noch das ein oder andere "Detail" an meinem Erscheinungsbild zu ergänzen.
Und so sah ich letzlich aus:
Let me introduce to you...Mr. Gene Simmons, Frontsänger der Band KISS:
Ich muss sagen, dass ich mit meiner Verkleidung einigen Spaß hatte, da es gerade auch für all jene, die mich kennen, doch nicht ganz einfach war, mich gleich zu erkennen. Dabei kam es zu allerlei lustigen Verwechslungen und "Irrungen und Wirrungen" - für Spaß war somit immer gesorgt.
Um Halloween richtig zu nutzen, standen diverse Feiern auf dem Programm. Aber es diente zumindest einmal auch einem guten Zweck - im Namen von UNICEF ging es zum eifrigen Halloween-Spendensammeln für jene Kids, die nicht das Glück haben, rein zum Spaß anderen Sorgenfalten zu bereiten. Und so zogen wir um die Häuser - Eine tolle Gelegenheit American style Halloween noch ein bisschen besser kennenzulernen:
Geschmückte, beleuchtete und mit für Kinderaugen erschreckenden Motiven umstellte Häuser wohin man schauen konnte.
Und so hatte ich an insgesamt vier Abenden die Gelegenheit, ein Leben als Rockstar mit Silverboots, zerrissenem Netzshirt und sternenbeprangter Lederjacke zu verbringen!
Die Begeisterung, mit der die Amerikaner Halloween feiern ist ungefähr mit Karneval bei uns zu vergleichen und es war eine tolle Ami-Multi-Kulti-Erfahrung, die ich keinesfalls missen möchte.
Nachdem wir Halloween nun doch sehr intensiv begangen haben, war diese Woche erstmal wieder der normale Studienalltag angesagt, wobei auch der ein oder andere Nachmittag wieder für Hausaufgaben und Prüfungsvorbreitungen für die nächste Woche anstehenden Midterms investiert werden musste.
Und wie es eben manchmal so ist, kommt unverhofft eine willkommene Ablenkung um die Ecke:
"Hey, we always wanted to go to one of those shooting ranches - do you want to join us? I have a car - let's go!"
Texas...welche Clichés fallen einem spontan ein? Richtig - Öl, Cowboy, George W. Bush und unbegrenzter Waffenbesitz vielleich auch -gebrauch.
Schießen ist in Texas ein Zwischending aus Sport, Unterhaltung, "kulturellem Wert" und Familien-Spielplatz. Man trifft sich mit seinem Freund / seiner Freundin für ein Date auf einer Shootingranch oder Vati nimmt seine 8 bzw. 10 Jahre alten Jungs (!) mit, um ein bisschen mit viel zu großen und viel zu lauten Schießeisen auf Paperkreise zu ballern. Aber was soll's, urteilen kann nur, wer es selbst ausprobiert hat. Man sucht sich also zunächst seine Waffe aus - aus allen Formen, Kalibern und Größen, die man sich nur vorstellen kann - kauft die Munition - und nach zwei, drei einleitenden Kurzerklärungen und einer Unterschrift kann es losgehen.
Es ist schon seltsam und meines Erachtens auch ziemlich bedenklich, wenn man sich Freitagabend regelmäßig zum gemeinsamen Ballern trifft, zumal der Normal-Texaner natürlich seine eigenen Waffen mitbringt. Auch ist es durchaus leicht besorgniserregend, wenn ein US-Army Soldat in voller Uniform, mit Spezialequipment und Airborne Special Forces - Emblem neben einem die ein oder andere Trainingseinheit am heißen Eisen absolviert.
Mein Fazit des Ganzen:
Es ist unglaublich laut, wenn es um einen rundherum knallt und hämmert.
Es ist unglaublich schwer, auch nur auf ein paar Meter Distanz mit einer Pistole oder einem Gewehr irgendwie gezielt zu schießen.
Es ist unglaublich, dass es normal ist, dass in den USA jeder mit 18 Jahren Waffen tragen darf.
Es ist unglaublich, dass mir erzählt wurde, dass in jedem Vorlesungs- und Seminarraum wahrscheinlich mindestens ein Kommilitone eine Schusswaffe bei sich hat.
Und letztlich - es ist ziemlich sinnlos, mit Waffen just for fun auf Papierscheiben zu ballern.
Ich hab's probiert und muss sagen, dass ich mir das Geld eigentlich hätte sparen können.
Man muss das in Texas vielleicht einmal gemacht haben - aber für mich gibt es keinen Grund für eine erneute Rund an der Zielscheibe.
Morgen geht es dann zum friedlichen Wettstreit - auf dem Parkett wird diesmal in Austin um den Turniersieg im Men's Volleyball gestritten.
Herzliche Grüße aus dem mittlerweile zumindest teils kühl-herbstlichen Austin.
Euer Gene (keine Angst, eigentlich ist er ganz harmlos) ;)
Letzte Woche stand also Halloween auf dem Programm - ein Anlass, sich mit Unmengen an Menschen durch Kostumläden zu schieben, nach der idealen Idee mit der bestmöglichen Umsetzung zu suchen, um dann ein Fest zu feiern, über dessen genaue Bedeutung ich mir nicht gänzlich im Klaren bin.
Wie sollte ich also aussehen, an meinem ersten wirklichen Halloween?
Meine Idee war: "Einmal ein Rockstar sein, das wäre es doch!"
Daraus folgt dann natürlich direkt die Frage, wie denn so ein Rockstar aussieht. Nachdem ich mir einige Gedanken darüber gemacht habe, im Kostümshop gestöbert und letztlich fündig geworden bin, stand das Kostüm, jedoch brauchte ich dann noch die Hilfe eines der Mädels aus dem Coop, um noch das ein oder andere "Detail" an meinem Erscheinungsbild zu ergänzen.
Und so sah ich letzlich aus:
Let me introduce to you...Mr. Gene Simmons, Frontsänger der Band KISS:
Um Halloween richtig zu nutzen, standen diverse Feiern auf dem Programm. Aber es diente zumindest einmal auch einem guten Zweck - im Namen von UNICEF ging es zum eifrigen Halloween-Spendensammeln für jene Kids, die nicht das Glück haben, rein zum Spaß anderen Sorgenfalten zu bereiten. Und so zogen wir um die Häuser - Eine tolle Gelegenheit American style Halloween noch ein bisschen besser kennenzulernen:
Geschmückte, beleuchtete und mit für Kinderaugen erschreckenden Motiven umstellte Häuser wohin man schauen konnte.
Auch im Coop wurde fleißig gewerkelt, wobei man manchmal auch einfach den talentierteren Künstlern den Vortritt am Kürbis lassen kann:
Schon im Vorfeld haben uns die langjährigen Studenten in Austin gesagt, dass am Samstag vor Halloween Downtown alles zu spät sei, da sich unzählige kostümierte Menschen durch die Straßen drängen, um gemeinsam zu feiern - das kann man wohl so sagen:
Man brauchte schon einiges an Zeit und Geduld, um sich entlang der Sixth Street eine Bar zu suchen, um dort dann "von oben" all die tollen Kostüme zu bestaunen oder den ein oder anderen Schnappschuss mit anderen Rockstars, Robotern (!), Zombies, Engeln&Teufeln, Frankensteins, Römern....zu machen:
Man konnte wunderbare Kostüme sehen - schaurig, kreativ, lustig, fantastisch und bunt.
Und so kam es, dass man einige nette Bekanntschaften machen konnte:
| ...mit Franzosen |
| ...mit Pocahontas und Firefightern |
| "...und der Papst war auch schon da!" |
Die Begeisterung, mit der die Amerikaner Halloween feiern ist ungefähr mit Karneval bei uns zu vergleichen und es war eine tolle Ami-Multi-Kulti-Erfahrung, die ich keinesfalls missen möchte.
Nachdem wir Halloween nun doch sehr intensiv begangen haben, war diese Woche erstmal wieder der normale Studienalltag angesagt, wobei auch der ein oder andere Nachmittag wieder für Hausaufgaben und Prüfungsvorbreitungen für die nächste Woche anstehenden Midterms investiert werden musste.
Und wie es eben manchmal so ist, kommt unverhofft eine willkommene Ablenkung um die Ecke:
"Hey, we always wanted to go to one of those shooting ranches - do you want to join us? I have a car - let's go!"
Texas...welche Clichés fallen einem spontan ein? Richtig - Öl, Cowboy, George W. Bush und unbegrenzter Waffenbesitz vielleich auch -gebrauch.
Schießen ist in Texas ein Zwischending aus Sport, Unterhaltung, "kulturellem Wert" und Familien-Spielplatz. Man trifft sich mit seinem Freund / seiner Freundin für ein Date auf einer Shootingranch oder Vati nimmt seine 8 bzw. 10 Jahre alten Jungs (!) mit, um ein bisschen mit viel zu großen und viel zu lauten Schießeisen auf Paperkreise zu ballern. Aber was soll's, urteilen kann nur, wer es selbst ausprobiert hat. Man sucht sich also zunächst seine Waffe aus - aus allen Formen, Kalibern und Größen, die man sich nur vorstellen kann - kauft die Munition - und nach zwei, drei einleitenden Kurzerklärungen und einer Unterschrift kann es losgehen.
Es ist schon seltsam und meines Erachtens auch ziemlich bedenklich, wenn man sich Freitagabend regelmäßig zum gemeinsamen Ballern trifft, zumal der Normal-Texaner natürlich seine eigenen Waffen mitbringt. Auch ist es durchaus leicht besorgniserregend, wenn ein US-Army Soldat in voller Uniform, mit Spezialequipment und Airborne Special Forces - Emblem neben einem die ein oder andere Trainingseinheit am heißen Eisen absolviert.
| Die kleinen großen Jungs, die auch mal ballern wollten... |
Mein Fazit des Ganzen:
Es ist unglaublich laut, wenn es um einen rundherum knallt und hämmert.
Es ist unglaublich schwer, auch nur auf ein paar Meter Distanz mit einer Pistole oder einem Gewehr irgendwie gezielt zu schießen.
Es ist unglaublich, dass es normal ist, dass in den USA jeder mit 18 Jahren Waffen tragen darf.
Es ist unglaublich, dass mir erzählt wurde, dass in jedem Vorlesungs- und Seminarraum wahrscheinlich mindestens ein Kommilitone eine Schusswaffe bei sich hat.
Und letztlich - es ist ziemlich sinnlos, mit Waffen just for fun auf Papierscheiben zu ballern.
Ich hab's probiert und muss sagen, dass ich mir das Geld eigentlich hätte sparen können.
Man muss das in Texas vielleicht einmal gemacht haben - aber für mich gibt es keinen Grund für eine erneute Rund an der Zielscheibe.
Morgen geht es dann zum friedlichen Wettstreit - auf dem Parkett wird diesmal in Austin um den Turniersieg im Men's Volleyball gestritten.
Herzliche Grüße aus dem mittlerweile zumindest teils kühl-herbstlichen Austin.
Euer Gene (keine Angst, eigentlich ist er ganz harmlos) ;)





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